Meine Gedanken zum iPad

Knapp zwei Wochen ist es nun her, seit Steve Jobs uns das iPad präsentierte. Im Netz war viel darüber zu lesen, was das iPad alles revolutionieren wird bzw. welche Schwächen es doch so alles hat.

Ich will mich weder den Lobeshymnen noch den Kritiken pauschal anschließen, sondern viel mehr noch ein paar neue Aspekte ins Feld führen, die meiner Meinung nach, bislang etwas zu kurz gekommen  sind.

Bisher wurde das iPad, was sicherlich auch an der Präsentation lag, im wensentlichen als Zweitcomputer fürs Sofa betrachtet. Hier sehe ich auch durchaus die größte Zielgruppe. Es gibt da aber noch drei Randgruppen, denen die Entwicklung des Tablets besonders zu gute kommen könnte.

Hier sehe ich zunächst die große Gruppe der Senioren. Diese stetig wachsende Zielgruppe zeichnet sich bislang durch wenig IT-Affinität aus, gleichzeitig leben Ihre Kinder und Enkelkinder aber in einer von elektronischen Hilfsmitteln geprägten Welt. Senioren, denen der Umgang mit einem Computer bislang zu kompliziert war, werden sich aufgrund des Bedienkonzeptes in kürzester Zeit mit dem iPad zurechtfinden und durch diesen Schritt an den Social Networks ihrer jüngeren Familienmitglieder auf eine für sie ganz neue Art und Weise teilhaben können. Sie brauchen sich nicht mit umständlichen Einstellungen und Konfigurationen herumärgern und das Internet wird für sie in kürzester Zeit ohne Aufwand erreichbar.

Selbst wenn wie derzeit mit dem iPhone ein iTunes Account und eine Aktivierung über iTunes erforderlich sein sollte, stellt dies in meinen Augen eine vergleichsweise geringe Einstiegshürde dar, um ganz neue Informationswege zu erhalten. Hierbei möchte ich auf einen interessanten Test von Richard Gutjahr verweisen, der zeigt, wie schwierig manche Inhalte bisher zu erreichen sind.

Die zweite Zielgruppe ist eigentlich keine eigene Zielgruppe, da sie nicht selbst die Entscheidung über den Kauf eines iPad’s treffen kann, sondern vielmehr eine Ergänzung. Es sind die Kinder. Kinder kommen heutzutage schon sehr früh mit jeder Art von Elektronik in Kontakt, seien es Handy, Spielkonsole oder Computer.
Das einfache Biednkonzept des iPhone oder jetzt des iPad erzeugen hier aber ganz neue Möglichkeiten. Meine dreijährige Tochter war bereits nach kurzem Zusehen in der Lage, das iPhone zu bedienen, Fotos anzuschauen, Programmen zu öffnen, zu wechseln und ihre Spiele zu spielen. Was wird sie also erst mit einem iPad anstellen?

Kinder ergänzen also die große Gruppen der Medienkonsumenten und könnten für ihre Eltern ein zusätzliches Argument in der Anschaffung eines solchen Gerätes sein. Gleichzeitig haben Anbieter von Lernspielen ganz neue Möglichkeiten, Inhalte für Kinder aufzubereiten und ihnen den ohnehin schon recht einfachen Zugang zur den neuen Medien spielerisch noch mehr zu vereinfachen.

Die dritte Gruppe meiner Betrachtung ist meines Erachtens in der bisherigen Diskussion um das iPad viel zu kurz gekommen. Es ist die Gruppe der Business User. Also alle Anwender, die das iPad beruflich sinnvoll einsetzen könnten.
Diese Gruppe wird durch hohe Mobilität, den Bedarf an Connektivität und gleichzeitigem geringen Bedarf an Tastatureingaben gekennzeichnet.
Ich sehe hier vor allem Außendienstler im B2B Segment, die von Kunde zu Kunde unterwegs sind, Bestellungen aufnehmen, Märkte kontrollieren, Bestände aufnehmen usw. Diese Aufgaben werden in der Regel durch eine spezielle Software unterstützt, die die erforderlichen Tastatureingaben auf das Minimum beschränkt und stattdessen auf einfache und schnelle Bedienung setzt, um die Termine kurz zu halten und den Prozess zu unterstützen.

Hier kann das iPad mit seiner Bedienoberfläche denen aktuell im Einsatz befindlichen Handheld und Laptop-Lösungen durchaus Konkurrenz bieten, wenn die Softwarehersteller es schaffen, die vorhandenen Lösungen auf diese Platform zu portieren.

Zusammenfassend gibt es also nicht nur den Sofasurfer, sondern durchaus noch andere Zielgruppen, die vom iPad profitieren könnten und sollten.
Für mich steht folgendes fest: Erstens, ich muss eins haben und zweitens, ich werde gerade älteren Bekannten, deren Computernutzung bislang kaum bis gar nicht gegeben ist, empfehlen, sich dieses Gerät mal vorführen zu lassen.

  • Share/Bookmark

Kategorie: Apple

Tags: ,

Kommentar schreiben